
Eine Geschichte der Versöhnung
Foto: Max Schindler mit seiner Frau Rose, seinen Söhne Steven, Ben und Jeff sowie seiner Enkelin Moriah und Nicole Nocon mit ihren Kindern Antonia und Constantin beim Eintrag ins „Goldene Buch“ der Stadt Cottbus, Januar 2015.
Die Zukunft unserer globalen Gemeinschaft liegt in den Händen der Jugend. Auf diese Überzeugung gründet sich generationE. Wir wollen die jungen Leute von heute ermutigen, für einander einzustehen und Hass jeglicher Art entgegenzutreten. Die unerwartete Begegnung und Freundschaft eines Nachfahren von Holocaust-Überlebenden und der Enkelin von NS-Parteimitgliedern ist der Ursprung von generationE. Unser Ziel ist es, Lehrerinnen und Lehrern ein breites Spektrum von interessanten, innovativen und fundierten Bildungsangeboten zum Thema Holocaust und Menschenrechte zugänglich zu machen. Geschichte soll greifbar und die Erinnerung der Überlebenden sollen weitergetragen für nachfolgende Generationen lebendig gehalten werden. Lokale Bezüge zum eigenen Umfeld und durch die persönlichen Geschichten von Zeitzeuginnen und Zeitzeugen helfen den Schülerinnen und Schülern dabei, sich in die Vergangenheit zurückzuversetzen und sich in die Situation von damals einzufühlen. Durch Zeitzeugnisse wird die schwierige Geschichte greifbar. Dafür ist Empathie der Schlüssel. Deshalb steht das E in generationE für Empathie. Der Anstoß für die Gründung von generationE war das große, deutschlandweite Interesse von Schulen nach dem ersten deutschen "Butterfly Project" an der Bewegten Grundschule Cottbus im Jahr 2019. Nach ihrer ersten Begegnung im Sommer 2011 hatten Nicole Nocon und Steven Schindler das "Butterfly Project" an der Bewegten Grundschule in Cottbus initiiert, um an Stevens Vater und dessen Familie zu erinnern, die im Herbst 1938 im Zuge der "Polenaktion" aus Deutschland ausgewiesen worden waren, bei der Tausende jüdische Menschen mit polnischen Wurzeln ohne Vorwarnung Deutschland zwangsweise verlassen mussten. Es war der Auftakt zu den massenhaften Deportationen von Jüdinnen und Juden, die folgen sollten. In dem historischen Schulgebäude, in dem die Bewegte Grundschule heute ihren Standort hat, war Stevens Onkel Alfred zur Schule gegangen und vor seiner Ausweisung am 28. Oktober 1938 verhaftet worden. Von 1942 an wurde die Familie Schindler in mehrere Arbeits- und Konzentrationslager gebracht. Nur Stevens Vater Max und sein Bruder Alfred überlebten. Sie wurden im Ghetto Theresienstadt befreit. Ihre Eltern und ihre Schwester jüngere Cäcilie wurden umgebracht. Es gibt Millionen von Holocaust-Opfern, wie Max‘ Familie, deren Erinnerungen und Stimmen fast vergessen sind. Diejenigen von uns, die durch Familie oder Glauben mit der Vergangenheit verbunden sind oder die von der Universalität unserer menschlichen Erfahrung überzeugt sind, haben die Verantwortung, aktiv zu werden und die heutige Jugend darin zu bestärken, Hass, Antisemitismus, weiße Vorherrschaft und rassistische Propaganda abzulehnen. generationE bietet die Werkzeuge, um junge Menschen dazu anzuregen, unsere Welt ein Stück besser zu machen – Tikkun Olam.
Lernen Sie unsere Gründer kennen
Wir sind sehr dankbar dafür, dass wir von Anfang an von engagierten Lehrerinnen
und Lehrern, von Bildungsorganisationen und Expertinnen und Experten auf den Gebieten Holocaust, Völkermord und Menschenrechte sowie
von Förderinstitutionen unterstützt wurden.
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